Zwischen Burma und China „City of Jade“ von Midi Z. und „Ta’ang“ von Wang Bing

17. Februar 2016
„Ta’ang“ | Director: Wang Bing, © Asian Shadows

„City of Jade“ und „Ta’ang“ handeln vom Kampf der Burmesischen Armee gegen die Kachin Independence Army. Während Midi Z. in „City of Jade“ seinem ihm fremd gewordenen älteren Bruder in die Jademinen Burmas folgt, begleitet Wang Bing eine Gruppe der Ta’ang, die vor dem Krieg an der Chinesisch-Burmesischen Grenze flieht.

von Yun-hua Chen

Es war eindrucksvoll, City of Jade (翡翠之城) von Midi Z. (赵德胤) und Ta’ang (德昂) von Wang Bing (王兵) direkt hintereinander in der Sektion Forum zu sehen. Obwohl sie aus verschiedenen Perspektiven auf Burma blicken – einmal aus chinesischer, einmal aus burmesischer Sicht –, ähneln sich beide Filme, indem sie Individuen ins Zentrum rücken, die sonst am Rand stehen, und sie von ihrem Schicksal erzählen lassen.

City of Jade fügt sich nach Ice Poison (冰毒) in die filmische Erinnerungsserie des Regisseurs Midi Z. ein, in der er seine Jugend als burmesischer Chinese reflektiert. Seine Bilder bleiben persönlich und intim. Er begleitet seinen ihm fremd gewordenen Bruder, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, auf einer Motorradfahrt. Wir folgen den beiden bis tief in die burmesischen Jademinen, die durch den Kampf zwischen der Burmesischen Staatsarmee und der Kachin Independence Army zum Sperrgebiet wurden. Die mittellosen Minenarbeiter haben keine andere Wahl, als trotzdem in dieses Gebiet zu gehen. Die Bergleute tauchen im Winter ins Wasser hinab, graben mit bloßen Händen in den Schächten und werden dazu von Soldaten beider Kriegsparteien bedrängt. Ihr einziger Trost liegt im Opium. An einer Stelle bemerkt der Bruder beiläufig: „Die Szene mit den Drogen in Ice Poison sieht überhaupt nicht realistisch aus.“ City of Jade scheint wie eine Antwort auf diese Kritik.

Regisseur Wang Bing richtet seinen Blick auf eine Gruppe aus Frauen, Kindern und Alten, die dem Volk der Ta’ang angehören. Als sie vor dem Krieg innerhalb Burmas in Richtung China fliehen, begleitet sie Wang und zeigt ihren Alltag: die Suche nach einer Bleibe, Feuermachen, Kochen, die Unterhaltungen und das Abschätzen der Entfernung vom Krieg durch die Lautstärke der Explosionen. Wenn Ta’ang der Exodus ist, dann handelt City of Jade von der Heimkehr. Beide Filme sind von bestechender Ehrlichkeit und spannen den Bogen vom mikroskopischen Blick auf die betroffenen Menschen bis zu den makroskopischen humanitären Zusammenhängen des Krieges.

 

Dieser Blogpost wurde ursprünglich auf Goethe.de publiziert.

 

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