Brasilien auf der Berlinale 2016: In Erwartung der Bären

20. Februar 2016
„Das águas que passam‟ (Running Waters) von Diego Zon | © Berlinale

 

Auf der Berlinale werden sechs brasilianische Spiel- und Kurzfilme sowie eine brasilianische Videoinstallation zu sehen sein. Die Sektion Berlinale Talents kann sich über die Teilnahme von zwölf jungen Filmemachern aus Brasilien freuen.

Obwohl es meine vierte Berlinale ist, fühle ich mich immer noch als Debütantin, die mit einer gewissen Anspannung das zehntägige Programm mit Filmen aus der ganzen Welt erwartet.

 

SECHS BRASILIANISCHE FILME

 

In diesem Jahr ist Brasilien auf dem Festival mit sechs Filmen, verteilt auf verschiedene Sektionen, einer Videoinstallation und zwölf jungen Filmemachern vertreten, die an dem Programm Berlinale Talents teilnehmen, einer Plattform, die junge Filmemacherinnen und Filmemacher zum Austausch von Erfahrungen anregen möchte. Im Wettbewerb um den Goldenen Bären in der Kategorie Kurzfilm steht die Dokumentation Das águas que passam (Running Waters) in der Regie von Diego Zon. Der Film zeigt Fragmente aus dem Leben des Fischers Zé de Sabino in den Wassern des Rio Doce. Der Kurzfilm wurde vor der Umweltkatastrophe von 2015 gedreht, bei der, verursacht durch regionale Bergbauunternehmen,  mit Schwermetallen belasteter Schlamm den Rio Doce verseuchte.

 

Das águas que passam (Vorbeifließende Wasser) von Diego Zon

 

DREI WELTPREMIEREN

 

In der Sektion Panorama werden drei brasilianische Spielfilme ihre Weltpremiere feiern: In Mãe só há uma (Don’t Call Me Son) von Anna Muylaert, Regisseurin, die auf der Berlinale 2015 für Que horas ela volta den Panorama-Publikumspreis gewann, geht es um einen Jugendlichen, der herausfindet, dass er kurz nach seiner Geburt aus dem Kreißsaal gestohlen wurde. Das Hin- und Hergerissensein eines jungen Indigenen zwischen seiner Kultur und dem Leben in der Stadt Manaus ist das Thema des Films Antes o tempo não acabava (Time Was Endless) von Sérgio Andrade und Fábio Baldo. Der Dokumentarfilm Curumim von Marcos Prado erzählt die Geschichte von Marco Archer, einem Brasilianer, der 2015 wegen Drogenhandels in Indonesien exekutiert wurde.

In der Sektion Forum Expanded werden ebenfalls drei brasilianische Filme gezeigt. Muito romântico ist der erste Spielfilm von Melissa Dullius und Gustavo Jahn, zwei Brasilianer, die in Berlin wohnen. Der Film setzt sich aus autobiografischen Fragmenten, aus Begegnungen, Träumen und Fantasien zusammen und hat den Weggang aus Brasilien und das neue Leben in der deutschen Hauptstadt zum Thema. Außerdem gibt es noch den Kurzfilm Ruína von Gabraz Sanna und die Videoinstallation A mina dos vagalumes von Raphaël Grisey, die Teil der Ausstellung „Traversing the Phantasm“ ist.

 

Dieser Blogpost wurde ursprünglich auf Goethe.de publiziert.

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