Bundes-Jogi bleibt Nationaltrainer

Geht er oder bleibt er? Auf diese Entscheidung hat die frustrierte Fußballnation gespannt gewartet. Inzwischen steht fest: Joachim Löw bleibt Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Trotz des blamablen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018. Trotz des schlechtesten deutschen WM-Ergebnisses der Geschichte. Trotz harscher Kritik von Experten. Nach sechs Tagen Bedenkzeit sagt Joachim Löw also NEIN! zu einem Rücktritt und JA! zu Fußball-Deutschland.

 

Jogi Löw: „Ich möchte mit ganzem Einsatz den Neuaufbau gestalten“

Er will und muss die die Mannschaft verändern. Wie wird es mit Stammspielern wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Jerome Boateng weitergehen? Werden sie zurücktreten oder werden sie sogar von Löw aussortiert? Sicher ist nur, dass Manuel Neuer weiterhin für die DFB-Elf auflaufen wird. Die Meldung, dass Joachim Löw Trainer bleibt, kam beim Keeper jedenfalls gut an.

 

„Die Luft ist raus“

Allerdings sehen nicht alle Experten die Weiterarbeit des Bundestrainers optimistisch. Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, hat eine klare Meinung: „Bei Löw ist die Luft raus. Ich glaube nicht, dass er die Wende herbeiführen kann.“ Paul Breitner, Weltmeister von 1974, wirft Löw vor, dass er keine feste Mannschaft und keinen Plan hatte.

Ich kann mich sowohl mit der positiven, als auch der negativen Kritik identifizieren.

Joachim Löw ist der mit Abstand erfolgreichste deutsche Bundestrainer. Über Jahre hinweg hat er den deutschen Fußball zu einem echten Exportschlager entwickelt und die WM 2014 mit dem Weltmeistertitel vergoldet. Er hat sich den Respekt bei Spielern, Fans und Funktionären hart erarbeitet und zählt zurecht zu den besten Trainern der Welt.

Allerdings: Löw ist eindeutig mitverantwortlich für das Scheitern der Mission Titelverteidigung 2018. Die Nicht-Nominierung talentierter Spieler und die schlechte Körpersprache der Mannschaft muss er sich ankreiden lassen.

 

Gegenbeispiel Jürgen Klopp

Ich bin überzeugt, dass jeder Trainer in seinem Team ein „Ablaufdatum“ hat. Bestes Beispiel ist Jürgen Klopp. Als Trainer von Borussia Dortmund sorgte er für Furore in der Bundesliga und führte dem BVB zu zwei deutschen Meistertiteln hintereinander. Aber dann kam der harte, nicht vorhersehbare Absturz in der Saison 2014/15, die mit Klopps Rücktritt endete. Und jetzt trainiert er sehr erfolgreich den FC Liverpool. Ein gelungener Neustart!

Was ich damit sagen möchte ist, dass ein Rücktritt von Jogi Löw womöglich für den DFB, aber auch für ihn persönlich der richtige Schritt gewesen wäre. Na gut, jetzt ist die Entscheidung gefallen und wir Fußballfans sind gespannt, wie es mit der Nationalmannschaft weitergeht.

 

 

Bild 1: Joachim Löw  © dpa

Ich studiere Politikwissenschaft und Germanistik in Hessen. Neben dem Studium unterstütze ich die Social-Media-Redaktion von deutschland.de. Fußball ist meine große Leidenschaft.

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