Sombrero ab! 1:0 für Mexiko

Ausgestattet mit Deutschland-Trikot und schwarz-rot-goldener Fahne fiebere ich Deutschlands erstem Gruppenspiel bei der Fußball-WM 2018 entgegen – Deutschland gegen Mexiko. Ich erlebe es leider nicht in Moskau, aber in Sandhausen, einem kleinen Ort in der Nähe von Heidelberg. Das BWT-Stadion, Spielstätte des Bundesliga-Zweitligisten SV Sandhausen, wird während der WM 2018 zur Public-Viewing-Arena.

 

Die Mission „Titelverteidigung“ beginnt

Für alle Deutschlandfans ist klar: Alles andere als ein Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko wäre eine faustdicke Überraschung, obwohl die WM-Testspiele gegen Österreich und Saudi-Arabien alles andere als weltmeisterlich waren. Neben mir behauptet jemand sogar: „Die Frage ist nicht ob Deutschland gewinnt, sondern wie hoch!“

Beim Erklingen der deutschen Nationalhymne wird die Zuschauertribüne zu einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer. Endlich: Anpfiff für die Mission „Titelverteidigung“! Aber die Stimmung beim Public-Viewing kippt schnell von Enthusiasmus zu Enttäuschung…

 

 

Entsetzte Gesichter nach dem Schlusspfiff

Das deutsche Team spielt erschreckend schwach. Das flinke Umschaltspiel der Mexikaner macht Jogis Jungs zu schaffen. Als sie im Mittelfeld den Ball verlieren, kontert Mexiko und erzielt der 34. Minute die (hoch-)verdiente 1:0 Führung. Mit lauten Pfiffen quittieren die Zuschauer das Ende der ersten Halbzeit. Jetzt kann es nur besser werden! Und das wird es auch.

Von Beginn an macht das deutsche Team ordentlich Druck auf das Tor der Mexikaner – findet aber keine Lücke. Endlich ein Hoffnungsschimmer in den Schlussminuten: Julian Brandt zielt aufs Tor – aber der Ball knallt an den linken Außenpfosten. Kurz darauf ertönt der Schlusspfiff in Moskau. Ich schaue mich um und sehe entsetzte Gesichter in Sandhausen. Deutschland verliert das WM-Auftaktspiel gegen Mexiko.

 

Das bedeutet die Niederlage gegen Mexiko für Deutschland

Meine Analyse: Deutschland hatte viel Ballbesitz, war aber vorne zu harmlos und hinten zu anfällig. Kompliment an Mexikos Nationalmannschaft: Das Team von Trainer Osorio war optimal auf Deutschland eingestellt. Vor dieser spielerischen Leistung kann man nur den Sombrero ziehen.

Deutschland muss die beiden Gruppenspiele gegen Schweden(23.6.) und Südkorea(27.6.) gewinnen, um sicher das Achtelfinale der WM 2018 zu erreichen.

 

Was sollte Jogi Löw ändern?

Ich finde: Die Abwehr muss kompakter stehen und auf Kontersituationen besser eingestellt sein. Die Offensive muss öfters den Abschluss finden. Bei der Partie gegen Mexiko sah es oft aus, als wollten die deutschen Spieler den Ball bis ins Tor tragen. Trainer Joachim Löw sollte seine Aufstellung überdenken. Marco Reus gehört eindeutig in die Startelf. Thomas Müller müsste mittig spielen, denn auf rechten Außenbahn kann er seine Abschlussstärke nicht ausspielen.

 

Wird Deutschland Opfer des „Weltmeister-Phänomens“?

Seit der WM 2010 ist der amtierende Weltmeister stets in der Gruppenphase ausgeschieden. Bei der WM 2010 in Südafrika erwischte es Italien. Bei der WM 2014 musste Spanien bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Deutschlands Niederlage gegen Mexiko bei der WM 2018 könnte diesen Trend leider bestätigen.

 

Besteht für Deutschland noch Hoffnung auf die Titelverteidigung bei der WM 2018?

Seit Jahren hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Ruf der „Turniermannschaft“. Deutschland startet traditionell holprig in eine WM, steigert sich aber von Spiel zu Spiel. Die Mission „Titelverteidigung“ ist noch nicht gescheitert, sondern hat gerade erst begonnen.

 

Bleibt dran! Ich berichte euch, wie es weitergeht.

 

Bild 1: Fans der deutschen Nationalmannschaft, © dpa

Bild 2: Public-Viewing in Sandhausen, © Maximilian Mohr

 

 

Ich studiere Politikwissenschaft und Germanistik in Hessen. Neben dem Studium unterstütze ich die Social-Media-Redaktion von deutschland.de. Fußball ist meine große Leidenschaft.

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